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Vielfältigkeit im Hundetraining


Ein Unterschied im Lernverhalten von Menschen und Hunden besteht darin, dass man einem Mensch etwas erklären und auf dessen Einsicht hoffen kann. Ein Hund verhält sich, wie er sich verhält und das kann je nach Hundetyp ganz unterschiedliche Ausprägungen haben. Sicher ist, dass Hunden Moral, Wertvorstellungen und gesellschaftliche Normen unbekannt und deren Verhalten somit weder in "gutes" und "böses" Verhalten kategorisiert werden kann. Ein Hund lernt schlicht aus den angenehmen und unangenehmen Konsequenzen seines Handelns und ist auf den Mensch, was die Benimmregeln in unserer Gesellschaft betrifft, angewiesen. Wenn ich also das Verhalten meines Hundes formen und gesellschaftstauglich bekommen möchte, mache ich mir diesen Grundsatz zu nutze: Erwünschtes hat angenehme, Unerwünschtes hat unangenehme Konsequenzen. Mache ich mir das nicht zu Nutze, wird es einseitig und verhindert, dass ich flexibel auf Situationen reagieren kann und auch das gewünschte Ergebnis dabei rauskommt. Dabei bedeutet eine unangenehme Konsequenz keine "Gewalt" wie sie so häufig als Begriff verwendet, aber für viele komplett unterschiedlich definiert ist. Eine unangenehme Konsequenz ist für jedes Individuum etwas anderes. Da kann beim einem ein mahnender Blick ausreichen, während beim anderen mehr Intensität und Energie nötig ist, um ihn zum Unterlassen eines Verhaltens zu bewegen. Zusätzlich ist das Einwirken eines Beziehungspartners natürlich von größerer Bedeutung für einen Hund als von jemand anderes, da unterscheiden sich Menschen und Hunde nicht. Jede Methode hat ihre Daseinsberechtigung, somit ist der, der sich mehrere zu Nutze machen kann, bei einem hochsozialen Wesen wie dem Hund klar im Vorteil.