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Von der Idealvorstellung und unseren Handlungen


Wie genau bist du mit deinem Hund?

 

Auf der einen Seite lassen wir unseren Hunden sehr viel Spielraum in ihrem Verhalten, hätten aber auf der anderen Seite gerne, dass sie sich genau so verhalten, wie wir uns das wünschen/vorstellen. Wir sagen "Sitz" und der Hund macht "Platz", wir sagen "Decke" und der Hund liegt nur mit einem Bein drauf. Wir möchten eine gute Leinenführung, doch lassen ihn letztendlich doch zur Wiese ziehen. Wir sagen "Hier" und kommentieren es schlussendlich nicht, dass er auf halber Strecke sich doch anderen Dingen zuwendet, wenn er überhaupt beim ersten Mal darauf reagiert. Wir sagen "Nein" doch der Hund kann meistens doch das tun, was er im Kopf hat oder wird, weil es einfach und praktisch ist, durch einen Leinenzug daran gehindert.

 

Möchte ich einen Hund, der gesellschaftsfähig, entspannt und folgsam ist, der sich in schwierigen Situationen an mir orientiert und ansprechbar bleibt, muss ich ihn lehren auf meine Ansprachen/Kommandos/ Signale selber ENTSCHEIDUNGEN zu treffen. Der Hund entwickelt sich nur weiter, wenn ich ihm das Vertrauen entgegenbringe, "Fehler" zu machen und daraus zu lernen. Dafür muss der Halter natürlich sofort und entsprechend des Hundes reagieren, um seiner Vorstellung des Zusammenlebens mit dem Hund näher zu kommen. Je genauer und pingeliger ich mit meinem Hund bin, desto schneller erreiche ich meine Idealvorstellung. Das ist mühselig und erfordert ein hohes Maß an Geduld und Beharrlichkeit, bringt letztendlich aber den Erfolg. Diese Art von Führung und Klarheit sorgt dafür, dass der Hund uns als berechenbarer, vertrauensvoller und sicherheitsgebender Partner erlebt. Das wirkt sich wiederum positiv auf die Stressbewältigung und Frustrationstoleranz aus, somit lebt ein erzogener Hund mit peniblen, aber wohlwollenden Haltern gesünder und gelassener.